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Was kostet eine Barrierefreiheitsprüfung? Preise 2026 im Überblick

Kostenlose Tools, geführte Selbsttests oder Audits durch Expert*innen: Was eine Prüfung der Barrierefreiheit deiner Website kostet, wovon der Preis abhängt und wann ein Selbsttest reicht.

Ja, Websites werden auf Barrierefreiheit getestet, und die Preise reichen von 0 bis rund 8.000 Euro. Kostenlose automatische Tools finden nur einen Teil der Barrieren. Geführte manuelle Selbsttests, auch vollständige Audits, starten bei 49 Euro im Monat. Eine Kurzanalyse durch Expert*innen kostet meist 490 bis 1.200 Euro, ein vollständiges WCAG-Audit 1.500 bis 8.000 Euro.

Die Kosten auf einen Blick

Prüfart

Wer prüft

Preis

Was du bekommst

Kostenlose Browser-Tools (Lighthouse, WAVE, axe DevTools)

Du selbst, automatisch

0 Euro

Einen Teil der Barrieren, keinen Nachweis

Geführter manueller Selbsttest, z. B. sitebrunch Audits

Du oder dein Team, manuell mit Anleitung

ab 49 Euro im Monat

Kick-off Audit: Überblick über kritische Barrieren in etwa einem Tag. Vollständiges Audit: alle 96 Prüfschritte nach EN 301 549 und WCAG 2.2, Prüfbericht

Kurzanalyse durch Expert*innen

Externe Prüfer*innen

490 bis 1.200 Euro

Die wichtigsten Barrieren, erste Empfehlungen

Vollständiges WCAG-Audit, z. B. sitebrunch Audit oder Agentur

Externe Prüfer*innen, manuell

1.500 bis 8.000 Euro

Vollständiger Bericht nach EN 301 549 und WCAG, Maßnahmenplan

Die Preisspannen für externe Prüfungen stammen aus dem Kostenratgeber von barrierefreie-agenturen.de, einem Verzeichnis von Agenturen für Barrierefreiheit (Stand September 2026).

TL;DR

  • Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auch für private Unternehmen, etwa für Online-Shops. Wer eine Dienstleistung nicht barrierefrei anbietet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro (§ 37 BFSG). Mehr dazu in unserer Übersicht zu den Bußgeldern nach dem BFSG.

  • Ein vollständiges manuelles Audit kannst du mit einer geführten Anleitung selbst durchführen. Ein Audit durch Expert*innen lohnt sich, wenn dein Team keine Zeit dafür hat oder du eine Prüfung von außen brauchst.

Wer die Prüfung durchführt

Hinter den Preisspannen stehen zwei Wege. Beide sind manuelle Prüfungen, der Unterschied ist, wer prüft.

Expert*innen-Audits. Agenturen und Prüfdienstleister testen manuell nach EN 301 549 und WCAG: Tastaturbedienung, Screenreader, Kontraste, Formulare. Am Ende steht ein Bericht mit Maßnahmenplan. Bei sitebrunch läuft ein solches Audit in der Regel vier Wochen vom Kickoff bis zum Report. Danach bleiben die Ergebnisse in der Plattform und das Monitoring läuft weiter.

Geführte manuelle Selbsttests. Hier prüfst du oder dein Team selbst, manuell und Schritt für Schritt, genau wie Expert*innen. Das ist kein automatischer Scan: Eine Anleitung erklärt dir jeden Prüfschritt, damit du kein Profi sein musst. In sitebrunch führst du ab 49 Euro im Monat nicht nur ein Kick-off Audit durch, sondern auch ein vollständiges Audit mit allen 96 Prüfschritten nach EN 301 549 und WCAG 2.2.

Egal wen du beauftragst: Die Verantwortung bleibt bei deinem Unternehmen. Overlay-Plugins, die eine Website angeblich per Knopfdruck barrierefrei machen, ersetzen keine Prüfung (Overlay Fact Sheet).

Wovon der Preis abhängt

Anzahl und Art der Seiten. Laut barrierefreie-agenturen.de kannst du mit 100 bis 200 Euro pro Seite rechnen. Interaktive Elemente wie Formulare oder Filter sind aufwendiger und kosten 200 bis 320 Euro pro Element. Ein Online-Shop mit Warenkorb und Checkout wird also teurer als eine einfache Unternehmenswebsite.

Die Tiefe der Prüfung. Eine Kurzanalyse zeigt die wichtigsten Probleme. Ein vollständiges Audit geht alle Anforderungen durch und kostet entsprechend mehr.

PDFs. Formulare, Broschüren und Berichte müssen ebenfalls barrierefrei sein und erhöhen den Prüfaufwand. Einen Teil kannst du vorab selbst prüfen, etwa mit einem PDF-Check auf WCAG und PDF/UA.

Der Nachtest. Diesen Posten übersehen viele. Nach der ersten Prüfung behebt dein Team die Barrieren, danach wird erneut geprüft. Auch neue Inhalte und Updates können neue Barrieren bringen. Für Re-Audits und Nachbesserungen solltest du laut barrierefreie-agenturen.de 700 bis 2.500 Euro pro Jahr einplanen.

Selbsttest oder Expert*innen-Audit: was für deine Website reicht

Entscheide nach dem Zweck, nicht nach dem Budget.

Wichtig vorab: Verlass dich nicht auf automatische Tests. Das Accessibility-Team der britischen Regierung hat eine Testseite mit 143 bekannten Barrieren gebaut und gängige Prüftools darauf getestet (GOV.UK). Das beste Tool fand 41 Prozent der Barrieren, ein verbreitetes Tool nur 17 Prozent. Den Rest findet nur ein Mensch, der manuell prüft. Die eigentliche Wahl ist also nicht automatisch oder manuell, sondern: Prüfst du selbst oder lässt du prüfen?

Der geführte manuelle Selbsttest passt, wenn dein Team die Zeit hat, selbst zu prüfen. Mit einem Kick-off Audit weißt du in etwa einem Tag, was zuerst repariert werden muss. Mit einem vollständigen Audit gehst du alle Anforderungen durch. Die häufigsten Fehler sind bekannt. Der WebAIM Million Report 2026 hat die Startseiten der eine Million meistbesuchten Websites automatisch geprüft:

  • 95,9 Prozent hatten erkennbare WCAG-Fehler

  • 83,9 Prozent hatten Text mit zu wenig Kontrast

  • 53,1 Prozent hatten Bilder ohne Alternativtext

  • 51 Prozent hatten Formularfelder ohne Beschriftung

Solche Klassiker findest und behebst du selbst. Das senkt später auch den Aufwand und damit die Kosten eines externen Audits. In unseren Audits prüfst du manuell direkt auf deiner Website, und jeder Prüfschritt wird dir mit Videos und Beispielen erklärt.

Ein Expert*innen-Audit lohnt sich, wenn

  • dein Team keine Zeit hat, selbst zu prüfen,

  • du eine Prüfung von außen willst,

  • eine öffentliche Stelle oder ein Auftraggeber eine belastbare Aussage verlangt,

  • du als Shop-Betreiber unter das BFSG fällst und sichergehen willst, dass die ganze Strecke funktioniert: Navigation, Login, Cookie-Banner, Warenkorb, Checkout und Zahlung.

Für Agenturen gilt beides: im Projekt selbst prüfen und ein externes Audit nur dort beauftragen, wo der Kunde es wirklich braucht.

FAQ

Schreibt das BFSG eine bestimmte Prüfung oder ein Zertifikat vor?

Nein. Das BFSG schreibt kein bestimmtes Prüfverfahren und kein Siegel vor. Es verlangt, dass dein Angebot die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt. Außerdem musst du Informationen dazu bereitstellen, wie deine Dienstleistung diese Anforderungen erfüllt, und diese Informationen barrierefrei veröffentlichen (§ 14 BFSG). Ein Audit hilft dir, diese Aussage auf eine belastbare Grundlage zu stellen.

Gilt das BFSG auch für kleine Unternehmen und Online-Shops?

Das BFSG gilt für Unternehmen, die Verbraucher*innen bestimmte Produkte und Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also zum Beispiel Online-Shops. Reine B2B-Angebote fallen nicht darunter.

Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, gilt eine Ausnahme (§ 3 Absatz 3 BFSG). Kleinstunternehmen sind Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Für Produkte gilt diese Ausnahme nicht.

Reicht ein einmaliger Test oder brauche ich laufende Kontrolle?

Ein einmaliger Test zeigt den Stand an einem Tag. Mit jedem Update und jedem neuen Inhalt können neue Barrieren entstehen. Laufende Kontrolle ist deshalb sinnvoll. Unser WCAG Monitoring prüft deine Website jede Woche automatisch und zeigt dir, wo neue Probleme auftauchen. Die manuelle Prüfung ersetzt es nicht, aber zwischen zwei Audits verlierst du so nicht den Überblick.

Einblicke & Praxiswissen

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Lerne, wie du mit sitebrunch Accessibility deine Website und PDFs barrierefrei machst.