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Was ist ein WCAG-Test

Ein WCAG-Test beantwortet zwei Fragen: Wie zugänglich ist dein digitales Angebot, und erfüllst du die gesetzliche Pflicht? Der Maßstab dafür ist die Konformitätsstufe AA der WCAG 2.2, vermittelt über die EN 301 549, auf die sich BFSG und BITV beziehen.

Ein WCAG-Test ist eine strukturierte Prüfung deiner Website oder Webanwendung gegen die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2), den internationalen Standard für barrierefreies Webdesign. Er zeigt dir, welche Barrieren deine Inhalte haben, wo du die gesetzlichen Anforderungen verfehlst und was konkret zu tun ist.

Das wichtigste in Kürze

  • Ein WCAG-Test prüft, ob deine digitalen Inhalte die Erfolgskriterien der WCAG 2.2 erfüllen. Die Kriterien sind als testbare Anweisungen formuliert, du kannst sie also direkt an der laufenden Website nachvollziehen (Kontraste, Tastaturbedienung, Fokus, Strukturen im Code, Alternativtexte und so weiter).

  • Automatisierte Tests allein reichen nicht. Sie decken nur einen Teil der gesetzlichen Anforderungen ab, für den Großteil brauchst du manuelle Prüfungen. In einem vollständigen Audit arbeitest du dich durch 96 Prüfschritte nach EN 301 549 und WCAG 2.2.

  • Maßstab ist die Konformitätsstufe AA. Genau darauf beziehen sich BFSG, BITV und EN 301 549. Ein WCAG-Test beantwortet also nicht nur die Frage "wie zugänglich ist das", sondern auch "erfüllen wir die Pflicht".

Was genau wird bei einem WCAG-Test geprüft?

Die WCAG bauen auf vier Grundprinzipien auf: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Daran orientiert sich auch die Prüfung. Für jedes Prinzip gibt es konkrete Erfolgskriterien, die sich am realen Produkt überprüfen lassen.

Ein paar Beispiele aus dem WCAG-Nachschlagewerk von Gehirngerecht Digital, damit klar wird, wie handfest das ist:

  • Kontraste von Texten (1.4.3): Mindestens 4,5:1 für Texte unter 24 Pixeln, 3:1 für größere Texte.

  • Tastatur (2.1.1): Die Website muss vollständig mit der Tastatur bedienbar sein, inklusive aller wichtigen Funktionen.

  • Fokus sichtbar (2.4.7): Es muss jederzeit erkennbar sein, welches Element gerade den Tastaturfokus hat.

  • Reflow (1.4.10): Bei 320 Pixeln Breite (oder 400 Prozent Zoom) müssen alle Inhalte und Funktionen erhalten bleiben, ohne horizontales Scrollen.

  • Zielgröße (2.5.8): Bedienelemente brauchen eine klickbare Fläche von mindestens 24 mal 24 Pixeln.

Ein Teil davon lässt sich automatisiert erkennen, ein größerer Teil nicht. Ob ein Alternativtext den Bildinhalt sinnvoll wiedergibt oder ob die Fokus-Reihenfolge logisch ist, kann nur ein Mensch beurteilen.

Welche Konformitätsstufen gibt es (A, AA, AAA)?

Die WCAG kennen drei Stufen:

  • Level A ist die Grundlage. Wer sie nicht erfüllt, schließt ganze Nutzergruppen komplett aus.

  • Level AA ist der Maßstab, auf den sich die Gesetzgebung bezieht. BFSG, BITV und die EN 301 549 fordern diese Stufe. Wenn du prüfst, prüfst du in der Praxis gegen AA.

  • Level AAA geht darüber hinaus und ist nicht als generelle Anforderung für ganze Websites gedacht. Einzelne AAA-Kriterien lohnen sich trotzdem, wenn deine Zielgruppe das braucht.

Kurz: AA ist das Ziel, alles darunter ist rechtlich zu wenig, alles darüber ist freiwillige Kür.

Wie läuft ein WCAG-Test ab?

In der Praxis läuft ein WCAG-Test in zwei Schritten.

Schritt 1: automatisierter Scan. Ein automatisierter Check findet in wenigen Minuten die technisch eindeutigen Fehler, etwa fehlende Alternativtexte, fehlende Sprachauszeichnung oder Kontrastverstöße. Das ist ein guter Startpunkt, aber eben nur ein Ausschnitt.

Schritt 2: manuelle Prüfung. Hier wird die Seite tatsächlich bedient, mit Tastatur, mit Zoom, mit assistiver Technologie. Dafür gibt es zwei sinnvolle Zuschnitte:

  • Kick-off-Audit: eine Art Quick-Check, bei dem die kritischsten WCAG-Kriterien geprüft werden. Damit hast du innerhalb eines Personentages einen belastbaren Überblick über die kritischen Barrieren. Gedacht für den Projektstart, wenn eine nicht barrierefreie Website bereits existiert.

  • Vollständiges Audit: die systematische Prüfung aller relevanten Anforderungen der EN 301 549 und WCAG 2.2, aufgeteilt in 96 Prüfschritte.

Mit sitebrunch Accessibility machst du beides selbst. Jeder Prüfschritt ist gemeinsam mit Gehirngerecht Digital verständlich aufbereitet, mit Videos, Bildern und Beispielen, dazu kommen Hilfsmittel wie der Kontrast-Checker direkt im Tool. Über die Browser-Extension prüfst du jeden Schritt direkt auf der echten Seite, im Kommentar-Modus werden Screenshots automatisch mitgeschnitten. Zu jedem Prüfschritt bekommst du typische Problemstellungen mit passenden Lösungsvorschlägen, ergänzt um bis zu drei KI-gestützte Vorschläge, die du weiterbearbeiten kannst.

Am Ende steht ein Prüfbericht, den du per Link teilen und filtern kannst. Gefundene Barrieren wandern über die Integrationen zu awork, Jira, Notion, Asana und Azure Boards direkt als Tickets in deinen bestehenden Workflow. Und wer den Fix gleich im Code will: Der sitebrunch MCP Server lässt KI-Assistenten wie Claude Code und OpenAI Codex die Probleme aus deinen Audits direkt im Code beheben.

Ist ein WCAG-Test gesetzlich vorgeschrieben?

Vorgeschrieben ist nicht der Test, sondern das Ergebnis: Deine digitalen Angebote müssen barrierefrei sein. BFSG, BITV und BaFG setzen dafür die WCAG auf Konformitätsstufe AA als Maßstab an, vermittelt über die EN 301 549. Ohne Prüfung weißt du schlicht nicht, ob du da stehst. Kommt eine Beschwerde oder eine Marktüberwachung, brauchst du außerdem eine nachvollziehbare Dokumentation, und genau die liefert ein strukturiertes Audit.

WCAG-Test selbst durchführen

Du brauchst für den Einstieg keine externe Prüfstelle. Mit einem kostenlosen Test auf sitebrunch.com bekommst du in etwa zwei Minuten einen WCAG-Report mit konkreten Empfehlungen. Für die manuelle Prüfung startest du danach mit einem Kick-off-Audit und arbeitest dich bei Bedarf zum vollständigen Audit vor.

Was du dabei mitnimmst: Die Prüfschritte sind so aufbereitet, dass du sie auch ohne technischen Hintergrund verstehst. Wer regelmäßig prüft, baut sich damit echtes Fachwissen auf, statt nur eine Checkliste abzuhaken.

Kostenlos testen auf sitebrunch.com

FAQ

Kann ich einen WCAG-Test selbst durchführen?

Ja. Der automatisierte Check läuft ohne Vorwissen, für die manuelle Prüfung führt dich das Audit Schritt für Schritt durch alle Anforderungen, jeweils mit Erklärung, Video und Beispielen. Wenn du dich tiefer einarbeiten willst, gibt es dazu die Schulungsinhalte von Gehirngerecht Digital, mit denen du digitale Barrierefreiheit in Design, Entwicklung und Redaktion in deinem Tempo lernst.

Was ist der Unterschied zwischen WCAG 2.2 und EN 301 549?

Die WCAG sind der internationale Standard für barrierefreie Webinhalte. Die EN 301 549 ist die europäische Norm, auf die sich BFSG und BITV beziehen. Sie übernimmt die WCAG-Kriterien und ergänzt sie um Anforderungen, die über reine Webinhalte hinausgehen. Für Websites heißt das praktisch: Wer nach EN 301 549 prüft, prüft die WCAG mit.

Was ist der Unterschied zwischen einem WCAG-Test und einem Accessibility-Audit?

"WCAG-Test" beschreibt den Prüfmaßstab, "Audit" die Tiefe des Vorgehens. Ein automatisierter WCAG-Check ist eine schnelle Momentaufnahme. Ein Audit ist die vollständige, dokumentierte Prüfung mit Nachweisen, Screenshots und Maßnahmenliste, entweder als Kick-off über die kritischsten Kriterien oder vollständig über alle 96 Prüfschritte.

Wie oft sollte ein WCAG-Test wiederholt werden?

Barrierefreiheit ist kein einmaliger Check, sondern eine dauerhafte Anforderung für alle, die digitale Produkte und Services anbieten. Jeder Relaunch, jedes neue Feature und jeder redaktionelle Beitrag kann neue Barrieren erzeugen. Sinnvoll ist die Kombination aus automatisiertem Monitoring, das neue URLs laufend bewertet, und einem manuellen Audit in festen Abständen, das du jeweils auf Basis des vorherigen Audits neu startest und behobene Fehler abhakst.

Gilt der WCAG-Test auch für PDFs?

Ja. PDFs sind Teil deines digitalen Angebots und müssen ebenfalls zugänglich sein. Du kannst einzelne Dateien hochladen und auf WCAG und PDF/UA prüfen oder deine Website automatisch nach PDFs scannen lassen und sie im Paket testen.

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